Vom 8.2. bis zum 13.2.2026 fuhr eine Gruppe von 26 Schülern aus unterschiedlichen Schulformen der Beruflichen Schulen in Eschwege mit ihren Lehrern Christoph Gunia und Markus Graue und der hauptverantwortlichen Sozialarbeiterin Katrin Kellmann von der Werkstatt für junge Menschen Eschwege e. V. mit dem Bus nach Krakau. Übernachtet wurde in einem Hotel in der Innenstadt. Die Schüler wurden von dem Team durch verschiedene Vorbereitungstreffen, in denen unter anderem in Gruppen verschiedene Themen des Holocaust bearbeitet wurden, vorbereitet.
Die polnische Stadt Krakau, ein kulturelles Zentrum voller Geschichte und Leben, wurde für eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern zu einem Ort des Gedenkens und der Auseinandersetzung mit der Verfolgung der jüdischen Bevölkerung im Zweiten Weltkrieg.
Am Anreisetag traf sich die Gruppe um 6:30 Uhr an den Beruflichen Schulen in Eschwege, um die ca. 830 km lange Fahrt nach Krakau zu beginnen. Abends um 18:30 Uhr wurde das Ziel erreicht.
Am zweiten und dritten Tag dieser Studienfahrt fuhr die Gruppe mit dem Bus nach Auschwitz (polnisch Oświęcim). Dort wurde das Stammlager des Museums Auschwitz und das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau besucht. Es ist das größte Konzentrations- und Vernichtungslager der Nationalsozialisten. Unsere Gruppe besichtigte die Gebäude der Lager, die Gaskammern und die Baracken, die die unmenschlichen Lebensbedingungen der Insassen zeigten. Besonders eindrucksvoll war der Raum mit den aufgehäuften persönlichen Gegenständen der Opfer. Hier wurden Koffer, Brillen, Schuhe und Haare ausgestellt. Das Museum Auschwitz ist heute ein Gedenkort, an dem die Gräueltaten des Holocaust dokumentiert und die Erinnerungen an die Opfer bewahrt werden. Zusätzlich zum Besuch der Gedenkstätten nahmen die Schüler an zwei unterschiedlichen Workshops mit den Themen „Kinder in Auschwitz“ und „Das elfte Gebot- Sei nicht gleichgültig!“ teil. Die Themen wurden unter der Anleitung einer polnischen, aber deutschsprachigen, Lehrerin in Gruppen erarbeitet und die Ergebnisse anschließend vorgestellt.
Am vierten Tag besichtigten wir das Krakauer Ghetto. Dieses wurde von den Nazis 1941 für die jüdische Bevölkerung errichtet. Auf engstem Raum lebten Tausende von Juden unter katastrophalen Bedingungen, bevor sie in Konzentrationslager verschleppt wurden. An den Gedenkstätten und Denkmälern erinnerte die Gruppe an die Opfer, die hier lebten und litten. Nachmittags haben wir dann eine Zeitzeugin getroffen, die den Holocaust in Krakau überlebt hat. Im Vorfeld wurde das Gespräch vorbereitet, so dass die Schüler viele Fragen stellen konnten. Dieser sehr emotionale Moment war eine besondere und intensive Erfahrung für alle. Abends besuchte die Gruppe ein jüdisches Restaurant, um gemeinsam zu essen. Das besondere Flair dieses Hauses beeindruckte alle. Während des Essens spielten eine Frau und zwei Männer typisch jüdische Musik.
Am fünften Tag machten wir uns zunächst auf den Weg zum Konzentrationslager Plaszow, welches im Film „Schindlers Liste“ eine wichtige Bedeutung hat. Hier stehen keine Baracken oder Zäune mehr. Mit Hilfe von hellen Steinen werden teilweise die Umrisse des Lagers visualisiert. Das Gelände des KZ ist eine parkähnliche Anlage mit zahlreichen Informationstafeln. Auch „the grey House“, in dem Amon Göth, der Lagerkommandant, wohnte, ist zu sehen. Im Anschluss besichtigten wir Oskar Schindlers ehemalige Emaillenfabrik. Dieser Ort ist jetzt ein allgemeines Museum über den Zweiten Weltkrieg.
Am Abreisetag wurde um 7:30 Uhr der Bus für die Heimreise bestiegen. Um 19 Uhr erreichte die Gruppe die Beruflichen Schulen in Eschwege.
Die Gedenkstättenfahrt nach Krakau hat uns Teilnehmern die Augen geöffnet für die Tragödien, die sich während des Zweiten Weltkriegs abgespielt haben. Aber sie hat auch gezeigt, dass Erinnerungen und Gedenken zentrale Aufgaben der heutigen Gesellschaft sind, um sicherzustellen, dass solche Verbrechen niemals wieder geschehen. Denn: Zukunft braucht Erinnerung.
Wir bedanken uns für die finanzielle Unterstützung bei der Axel Springer Stiftung, der Sanddorf-Stiftung und der Hessenischen Landeszentrale für politische Bildung, ohne die diese Fahrt so nicht hätte durchgeführt werden können.
(Foto: Zeitzeugengespräch in Krakau)
