Einen außergewöhnlichen Zugang zur Literatur Franz Kafkas erlebten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 13 des Beruflichen Gymnasiums Eschwege am 27. September im Theaterraum ihrer Schule. Unter dem Motto „Erinnern an Kafka“ fand eine besondere Veranstaltung statt, die Theater und Fachvortrag eindrucksvoll verband – und so nicht nur zur intensiven Auseinandersetzung mit einem der bedeutendsten Autoren der Moderne, sondern auch zur optimalen Vorbereitung auf die anstehenden Abiturprüfungen im Fach Deutsch beitrug.
Im Mittelpunkt stand die szenische Aufführung von Kafkas Erzählung „Ein Bericht für eine Akademie“, meisterhaft interpretiert von Hans Schwab unter der Regie von Ronka Nickel. Die Darstellung des Affen Rotpeter, der durch Anpassung und Nachahmung „menschlich“ wird, fesselte das Publikum durch Ausdrucksstärke, Präzision und Tiefe. Schwab gelang es, die existenziellen Fragen nach Freiheit, Anpassung und Identität auf berührende Weise erfahrbar zu machen – ein Schauspiel, das gleichermaßen unterhielt und zum Nachdenken anregte.

Im anschließenden zweiten Teil „Erinnerungen – Begegnungen – Bilder“ wurde das Leben Franz Kafkas in Lesung, Erzählung und Bildprojektionen lebendig. Ronka Nickel und Hans Schwab zeichneten ein vielschichtiges Porträt des Schriftstellers – jenseits des oft bemühten Bildes des „düsteren Rätselautors“. Humorvolle, zärtliche und überraschend menschliche Seiten Kafkas traten hervor und eröffneten den Schülerinnen und Schülern einen neuen Blick auf sein Werk.

Die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte zeigten sich hochzufrieden mit der Veranstaltung, die beispielhaft für das kulturelle und fachliche Engagement des Beruflichen Gymnasiums Eschwegesteht.
Am Ende stand eine intensive, emotionale und zugleich fachlich wertvolle Begegnung mit Kafka – besser kann man sich auf das Abitur nicht vorbereiten, so das einhellige Fazit des Abends.
